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Innovative Austauschplattform

13.03.2018 14:04 Von: KarA

INTERLACE schafft Vertrauensbasis für regionales Wirtschaftswachstum

Das von der Europäischen Union finanzierte H2020-Forschungsprojekt INTERLACE (Interacting Decentralized Transactional and Ledger Architecture for Mutual Credit) hat eine wesentliche Entwicklung für die technische Implementierung der Serviceplattform geschafft.
Gemeinsam mit Experten der Universität Passau, Universität Hertfordshire und Sardex SpA arbeiten Eduard Hirsch und Thomas Heistracher an der Softwarearchitektur für eine verteilte, dezentrale und heterogene Austauschplattform. Sie kann für innovative Leistungstransaktionen und Kooperationen vor allem im Business-to-Business-Bereich genutzt werden.

Abgerechnet wird mit der virtuellen Währung Sardex, die 1:1 dem Eurowert entspricht. In einzelnen Regionen - in Sardinien, der Toskana, sowie in Südtirol - läuft der Handel über die Austauschplattform für Klein- und Mittelunternehmen bereits erfolgreich und ökonomisch nachhaltig. Mit Hilfe der Forschungsergebnisse aus Salzburg wird die Plattform nun regionsübergreifend einsetzbar und bedeutend robuster.

Von regionaler Entwicklung zum überregionalen Prototyp

Im Workshop an der FH Salzburg konnten wesentliche Entwicklungen für den Prototyp der überregionalen Plattform umgesetzt werden. Die neue Austauschplattform wird mit innovativer Blockchain-Technologie auf Basis sogenannter Abstract State Interaction Machines konzipiert. Diese abstrakten Interaktions-Zustandsautomaten bieten die Möglichkeit, die Regeln für Transaktionen mit unterschiedlichsten Anforderungen umzusetzen und gleichzeitig deren Korrektheit zu beweisen.

Technische und ökonomische Herausforderungen

„Das komplexe Transaktionssystem abzubilden ist sowohl eine technische, als auch eine ökonomische Herausforderung“, sagt Thomas Heistracher, Projektleiter und Forschungsleiter am Studiengang Informationstechnik und System-Management. „Klassische Blockchain-Technologien wie Bitcoin und Ethereum, die auf proof-of-work basieren, benötigen im Betrieb Unmengen an Ressourcen. Die INTERLACE Plattform ist für die nachhaltige Förderung der Realwirtschaft, nicht der Finanzwirtschaft gedacht. Das Konzept kann auch Türöffner für eine neue Arbeitswelt sein“, ergänzt Heistracher.

Damit rückt die mögliche Zukunft eines alternativen, bargeldlosen Leistungsaustauschs in Europa näher. 

Dr. Egon Börger (Univ. Passau), Dr. Chrystopher Nehaniv (Univ. Hertfordshire), Eduard Hirsch, Thomas Heistracher und Dr. Paolo Dini (Univ. Hertfordshire) forschen im Projekt INTERLACE