Prop 1.0 und 2.0

Präoperative Software

Um den Patienten überflüssige Untersuchungen zu ersparen, hat Sabine Klausner, Forschungsassistentin und Masterstudentin am Studiengang Informationstechnik & System-Management, gemeinsam mit Salzburger Ärzten das medizinische Expertensystem „PROP“ zur präoperativen Untersuchung entwickelt. „Wir haben für diverse operative Eingriffe eine Liste von nötigen Voruntersuchungen bekommen, eine Datenbank entworfen und eine Internet-Anwendung für Ärzte kreiert“, erklärt die gebürtige Pinzgauerin, die gemeinsam mit ihrem Betreuer Professor Karl Entacher das Projekt für die Salzburger Gesundheitsfonds und Krankenversicherungsanstalten (SAGES-KV) ausgearbeitet hat.

„PROP spart Zeit und mindert die Belastungen für PatientInnen“

Die Internet-Anwendung ermöglicht durch simples Navigieren eine schnelle Erfassung von patientenbezogenen Daten und schlägt standardisierte Untersuchungsabläufe vor. Die Anwendung der Software spart Zeit und Geld und mindert die Belastungen für PatientInnen – wie Angst vor Untersuchungen oder Stress vor allem auch bei Kindern und älteren Personen. Seit 2008 wird PROP – Präoperative Befundung – bereits von Salzburger Ärzten genutzt. Das System ist ebenso seit kurzem in einzelnen Bundesländern im Einsatz. Hierfür arbeitet bereits ein weiterer Masterstudent an einer verbesserten Version. Die aktuelle Anwendung wird im Rahmen der Masterarbeit in Krankenhäusern der Stadt Wien getestet. Über eine flächendeckende Verwendung von PROP in Österreich wird im Bundesministerium für Gesundheit diskutiert und verhandelt.

„System ermöglicht Analysen über zukünftige Entwicklungen“

Einen weiteren wichtigen Nutzen der Software stellt die Auswertung von speziellen Statistiken für die Forschung dar. „Bei Männern hat sich zum Beispiel gezeigt, dass vermehrt schwere Eingriffe stattgefunden haben. Bei Frauen hingegen wurden eher leichtere Operationen gemacht“, sagt Klausner. Das könne mit dem Umstand begründet werden, dass mehr Frauen zu Vorsorgeuntersuchungen gehen als Männer und damit früher auf Krankheiten reagiert werden kann.

Facts:

Team: K. Entacher, G. Fritsch, V. Huber, S. Klausner, B. Stolzlechner
Laufzeit: Jänner 2001 - Dezember 2012
Fördergeber: Salzburger Gesundheitsfonds, Reformpool
Kooperationspartner: Salzburger Landeskliniken;
                               Bildungszentrum der Landeskliniken Salzburg;
                               Paracelsus Medizinische Privatuniversität;
                               Ärztekammer Salzburg;
                               Land Salzburg / SAGES;
                               Sozialversicherungsträger Salzburg;
                               Österreichischen Gesellschaft für Anaesthesiologie,
                               Reanimation und Intensivmedizin ÖGARI