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IKT-Forum 2016 | IoT - Gefahr oder Chance

Im Gespräch mit Stefan Hupe

Das Internet der Dinge - Chance oder Gefahr?

Stefan Hupe | IoT Austria - The Austrian Internet of Things Network


Unendliche Weite. Unendliche Möglichkeiten. Wir befinden uns in Zeiten einer zügig voranschreitenden digitalen Transformation unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Computertechnologien und vor allem das Internet prägen unser Leben und Arbeiten. Konzepte des Internets der Dinge (IoT – Internet of Things) wollen noch stärker unser Leben vereinfachen und unseren Komfort mit maßgeschneiderten Produkten steigern.
 

Die IoT-Vision

Sämtliche herkömmliche Gegenstände, wie Kühlschränke, Kontaktlinsen, Kaffeemaschinen oder auch ganze industrielle Fertigungsanlagen, werden mit elektronischer Intelligenz ausgestattet. Sie können sich oder die Umgebung dadurch wahrnehmen und mit dem Umfeld oder anderen Gegenständen interagieren – ohne Zutun des Menschen. „Beispielsweise kann eine Kaffeemaschine nach IoT-Konzept selbständig mit verschiedenen Tassen kommunizieren. Sie kann so automatisch deine Lieblingssorte mit gewünschter Zucker- und Milchmenge unter Berücksichtigung des Fassungsvermögens der Tasse anfertigen, ohne dass du einen Knopf betätigst“, sagt Stefan Hupe von IoT Austria – The Austrian Internet of Things Network (www.iot-austria.at). Doch das ist noch nicht alles: „Die Kaffeemaschine wäre auch in der Lage, den aktuellen Kaffeebestand im Auge zu behalten und automatisch eine Nachbestellung an den Hersteller zu senden. Es könnte sogar so weit gehen, dass durch Zugriff auf deinen elektronischen Kalender eine Kaffeekapsel der Lieblingssorte deines nächsten Gasts mitbestellt wird“.  

Das gleiche Prinzip soll in der industriellen Produktion Nutzen finden. Forscher des Studiengangs Informationstechnik & System-Management beschäftigen sich derzeit mit der intelligenten Wartung von Fertigungsanlagen, die selbständig und frühzeitig Reparaturbedarf signalisieren sollen.
 

Gefahren

An Nichts mehr denken zu müssen und jegliche Situation von intelligenten Systemen regeln zu lassen klingt im ersten Moment wunderbar, doch darf man die Gefahren und Risiken nicht unterschätzen. Hupe: „Sich auf die Technik zu verlassen, kann zu einer totalen Abhängigkeit führen. Wir werden leichter manipulierbar und beeinflussbar.“ Science Fiction-Filme spielen mit Risikoszenarien. Sie könnten jedoch näher an der Realität sein, als wir denken. „Wenn wir neue Technologien entwickeln, müssen wir deshalb immer die Konsequenzen bedenken und kritisch hinterfragen. Eine Risiko- und Folgenabschätzung sowie ein verantwortungsbewusster Umgang mit Technologie müssen für jeden guten, jede gute IngenieurIn und ManagerIn selbstverständlich sein. Nicht alles, was technisch machbar und mit dem man viel Geld verdienen könnte, ist auch wirklich gut und vertretbar. Da gibt es einfach Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen.“
 

Dennoch IoT forcieren?

„Ja! Das Schöne am Internet der Dinge auf Basis von Open Source ist, dass jeder mitmachen kann. Wenn die Konsequenzen gut abgewogen werden, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, mit denen Tolles realisiert werden kann“, ist Hupe überzeugt. IoT biete nicht nur im technischen sondern auch im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich spannende Themen und Chancen.

 

Das Gespräch führte Sandra Lagler
 

Foto: Sandra Lagler

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