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ITs Project Award 2013

Rückblick

 
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Am Anfang war die Verlorenheit. Eine Gruppe Pfadfinder, irgendwo in den Bergen, angeführt von jemanden, der die Karte drehen und wenden kann wie er will – schlau wird er daraus nicht. „Damals haben wir bemerkt, wie schwer sich manche Menschen mit räumlichen Vorstellungen tun, haben recherchiert und herausgefunden, dass viele mit diesem Defizit kämpfen“, erklärt der 19-jährige Matthias Purker von der HTL Ottakring, ehemals Teilnehmer dieser Wanderung (die irgendwann, nach Wechsel der Leitung, doch zum Ziel führte) und Mitglied des Siegerteams des 9. ITS-Project-Award an der Fachhochschule Salzburg. Der Studiengang Informationstechnik & System-Management (its)und der Förderverein its hatten Schulen aus ganz Österreich zu diesem Wettbewerb aufgerufen, von über 40 Maturaprojekten wurden 10 Finalisten ausgewählt, die ihre Projekte vor Jury und Publikum am 29.05.2013 in der Fachhochschule Salzburg vorstellten.


Train your brain, use it or loose it

Neurocubes 3D, so der Titel des von Purker vorgestellten, mit 1000 Euro dotierten, Siegerprojekts, ist eine mathematisch-grafische Software, die das räumliche Vorstellungsvermögen trainiert und in ersten Versuchen an Schulen nachweislich zu einer Verbesserung gegenüber sonstigen Tests führte. Beispielsweise rotieren in dreidimensionalen Räumen verschiedene Körper, deren Gleich, - oder Ungleichheit ermittelt werden soll oder es müssen Gebilde derart gedreht werden, dass sie durch bestimmte Öffnungen passen, wobei ein eigens entwickelter Algorithmus eine solch große Anzahl an Körpern generieren kann, dass sich diese fast nie gleichen; demzufolge war „never-ending gameplay“ auch eine der Devisen dieses Projekts. Zusätzlich kann auch eine „Shutterbrille“ eingesetzt werden, die, ähnlich wie in 3D-Filmen, den Objekten zusätzliche Plastizität verleiht. Auch wenn bisher erst an Schulen erprobt, finden sich potenzielle Anwender in vielen Bereichen, ob in der Chemie, in technischen Berufen oder in der Medizin: auch beim Eingangstest für das Medizinstudium wird räumliches Vorstellungsvermögen getestet. Nicht zuletzt war bildungspolitisches Engagement Triebfeder der Wettbewerbsgewinner: „Sorge bereitet uns die hohe Drop-out-Quote gerade in technischen Fächern in Österreich, ebenso wie der Fachkräftemangel – unsere Software soll helfen, dem entgegenzuwirken“, sagt Thomas Müller vom Neurocubes-Team. Diese Verantwortlichkeit wird auch von Jurymitglied KR DI Dr. Peter Korczak, stellvertretender Obmann des Fördervereins its und ehemaliger Vorstand und Direktor der Siemensniederlassung in Salzburg, hervorgehoben: „Alle Mitwirkenden haben eine bestimmte Interessenslage und am Ende der Kette steht immer die Industrie und die Wirtschaft, die gut ausgebildeter Ingenieure und Fachkräfte bedarf“.


Die Geister, die er rief

Die Konsequenzen seines Nichtwissens bekommt der nur mäßig an Chemie interessierte Schüler Lebuin am eigenen Leib zu spüren: eine missglückte Destillation führt zur Erschaffung eines „dunklen Elements“, welches sich gasförmig ausbreitet, Lebuin aufsaugt, ihn an verschiedenen Orten der Welt wieder ausspuckt und vor chemische Rätsel stellt, deren Lösung nun ihm obliegt.

The Dark Element ist der Titel des zweitplatzierten Projektes (500 Euro): ein Chemielernspiel für die 1. und 2. Schulstufe von höheren Schulen, im Stil eines Point-,n'-Click-Adventures mit überaus ansprechender Grafik gehalten, soll durch seinen hohen Unterhaltungswert das Erlernen abstrakter Materie zu einer Lust machen. „Wir wollten ein Spiel machen, bei dem das Lernen quasi unbewusst geschieht, das Spiel als solches aber im Vordergrund steht“, sagt Andreas Buciuman von der HTL Wels, der gemeinsam mit Severin Bauer das Spiel maßgeblich entwickelt hat. Gefördert von der EU entstand das Projekt im Rahmen einer Kooperation zwischen Rumänien, Ungarn und Österreich – an Orten jener Länder findet sich dann auch Lebuin wieder. Das Spiel wurde so programmiert, dass die Rätsel beispielsweise von Lehrern verändert werden können, wodurch zusätzlich Kurzweile aufkommt. Beeindruckt unter anderem vom „Grad der Fertigstellung“ hob die Jury dieses Projekt auf den zweiten Platz. Als dem „Trend der Zeit“ entsprechend erachtet es auch Jurymitglied DI Dr. Rudolf Hittmair, Geschäftsführer des Business Creation Center Salzburg.


Herzstück

Wer, wie ältere Menschen, in der Nacht oft mit Brustschmerzen aufwacht und sich sorgenvoll den Kopf darüber zerbricht, ob diese Schmerzen bedenklich sind, hat vielleicht das Bedürfnis, die Aktivitäten des eigenen Herzens schnell zu überprüfen und Rücksprache mit einem Arzt zu halten. Im Gegensatz zu Blutdruckmessgeräten, die erschwinglich und dadurch in relativ vielen Haushalten bereits verfügbar sind, kosten kommerzielle EKGs, Geräte die die Herzspannungskurve aufzeichnen, jedoch um die 5000 Euro. Aus diesem Grund und aufgrund der Tatsache, dass Herz-Kreislauferkrankungen mit 42% die Liste der Todesursachen in Österreich anführen, haben Schüler der HTL Ybbs das Projekt HeartBeat gestartet, welches den dritten Platz (300) errang: ein EKG-Gerät im Scheckkartenformat, das für 200 Euro erhältlich sein soll und dessen Messdaten kabellos via Bluetooth übertragen werden können. Eingesetzt werden kann es beispielsweise auch in Rettungswägen, die bisher oft aus Kostengründen keine solchen Geräte mitführen, erste Tests sind hier bereits in Vorbereitung. Angesichts der Tatsache, dass sich in diesem Projekt 3200 Arbeitsstunden konzentrieren und sowohl Hardware als auch Software selbstständig entwickelt wurden, versteht man auch die Begeisterung von Jurymitglied Mag. Christian Prucher vom Innovationsservice Salzburg darüber „dass sich die einzelnen Projektbewerber immer unheimlich viel antun. Hier steckt sehr viel kreatives Potenzial, manches hat richtig gute Marktchancen“. Zudem wurde das Ganze als Open-Source-Projekt konzipiert: „Uns war wichtig, Programmiersprachen und Plattformen zu verwenden, die quelloffen sind, jeder kann ohne zusätzliche Gebühren dafür entwickeln. Die Programme, die wir verwendet haben, sind allesamt kostenfrei zur Verfügung gestellt worden und da auch wir die Leistung anderer Menschen in Anspruch nehmen konnten, wollten wir hiervon etwas zurückzugeben“, sagt Anton Hößl vom Team der HTL Ybbs.


Endlich klärt es auf

„Nicht so richtig“ ausgekannt hätten sich Schulkollegen von Gloria Mach, als diese sich einmal über Schwangerschaft, Geschlechtskrankheiten und andere Themen sexueller Aufklärung unterhielten. Wichtiger Grund genug, sich dessen anzunehmen. Den Sonderpreis für das Projekt mit der besten Perspektive (200 Euro) erhielt das Team von der HAK Wien 13 für ihre Aufklärungs-DVD Top aufgeklärt? Im Vorfeld musste erst einmal umfassend recherchiert werden: das Internet, Fachliteratur wurden zu Rate gezogen, Fachärzte konsultiert und Beratungsstellen für Schwangere wurden aufgesucht. Zusammengearbeitet wurden mit Schülern und Lehrern der 4. Klasse der Kooperativen Mittelschule Bendagasse in Wien, auch die auf der DVD enthaltenen Videos wurden mit diesen Schülern gedreht. Neben biologischer Aufklärung werden darin viele erste Male abgehandelt: das erste Date, der erste Kuss, das erste Mal Geschlechtsverkehr, auch: das erste Mal, das eine Beziehung in die Brüche geht. Von der Jury hervorgehoben wurde der Mut des Teams, ein solches Projekt anzugehen und umzusetzen. Auch ein Quiz und ein Spiel sind auf der DVD enthalten.

 

 

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